IGel-Leistung Schröpftherapie Schmerztherapiezentrum Hadamar

Beim Schröpfen wird in sogenannten Schröpfgläsern oder Schröpfköpfen ein Unterdruck erzeugt. Der Unterdruck wird üblicherweise dadurch erreicht, dass die Luft im Schröpfkopf erhitzt und sofort auf die Rückenhaut des Patienten gesetzt wird. Das Erhitzen erfolgt durch einen in Äther getauchten Wattebausch, der angezündet wird. Diese Schröpfgläser werden direkt auf die Haut gesetzt, mit der Idee, durch den Unterdruck eine Ab- bzw. Ausleitung von Schadstoffen über die Haut zu erreichen. Eine andere Methode verwendet zum Erhitzen eine offene Flamme, die kurz in die Glasöffnung gehalten wird. Alternativ kann der Unterdruck durch eine Absaugvorrichtung im Schröpfglas erzeugt werden.

Man unterscheidet das blutige Schröpfen und das trockene Schröpfen

IGeL-Leistung Schröpftherapie

Durch die Schröpfbehandlung werden am Rücken Reflexzonen gereizt, die ihrerseits auf innere Organe und Organsysteme einwirken sollen. Insbesondere sogenannte Myogelosen (muskuläre Verhärtungen) werden durch das Schröpfen erfolgreich und nebenwirkungsfrei behandelt. Durch den Sog auf die Haut  erfolgt eine Weitung der Blutgefässe, was auch den positiven Effekt bei Bluthochdruck erklärt.

Schröpfen wird von den Anhängern des Verfahrens gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt, u.a. Migräne, Mandelentzündungen (hierbei insbesondere in der Sonderform des Röderns), Rheuma, Lungenkrankheiten, Bandscheibenprobleme, Hexenschuss, Gelbsucht, Nierenschwäche, Bluthochdruck.

Schröpfen hat eine Reihe von Wirkungen: Während des Schröpfens sammelt sich vermehrt Blut an der behandelten Stelle, es entsteht oft ein lokales Hämatom. Beim blutigen Schröpfen kommt ein Blutverlust hinzu. Als Nebenwirkung können sich (insbesondere bei starkem Unterdruck oder langer Applikation) Blasen an der Behandlungsstelle bilden. Anhänger der Störfeldtheorie befürchten als weitere Nebenwirkung im Falle der Verwendung sogenannter Schröpfschnepper – traditioneller kleiner Apparaturen zum Anritzen der Haut beim blutigen Schröpfen – die Bildung von Störfeldern durch (nicht sichtbare) Narbenbildung.

Aus schulmedizinischer Sicht liegen keine Nachweise für spezifische Heilwirkungen des Schröpfens vor. Da Schröpfen kostengünstig und bei Einhaltung hygienischer Standards risikoarm ist, kann es als Placebo dienen. Patienten mit Störungen der Blutgerinnung oder Blutarmut (Anämie) sollten auf die blutige Variante verzichten. Im Bereich von Hautkrankheiten (z.B. Ekzemen) darf auf keinen Fall geschröpft werden.

Nach der Behandlung spürt der Patient eine länger anhaltende Wärme an den geschröpften Punkten.

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