Schmerztherapiezentrum Hadamar

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Die Akupunktur hat sich inzwischen auch in westlichen Ländern als alternative Behandlungsform etabliert und ist in der Schmerztherapie nicht mehr wegzudenken.

Wie funktioniert Akupunktur?

Durch Einstechen sehr dünner Stahlnadeln in die Haut und den darunter liegenden Geweben kommt es zur Reizung von Reflexpunkten. Ziel ist die Wiederherstellung und Harmonisierung gestörter Funktionskreise des Organismus.

Geschichte der Akupunktur

Die Bezeichnung Akupunktur kommt aus dem Lateinischen von acos (die Nadel) und von pungere (stechen). Eine exakte Datierung, seit wann die Akupunktur ausgeübt wird gibt es nicht. In jüngster Zeit stellte sich aber heraus, dass schon „Ötzi“, die über 5000 Jahre alte Mumie aus dem Gletscher akupunktiert wurde. Es fanden sich Tätowierungen, die exakt den Meridianen und Akupunkturpunkten entsprechen, z.B. der Blase 60, einem wichtigen Punkt in der Schmerztherapie.

Durch Röntgenaufnahmen hatte man vorher festgestellt, das „Ötzi“ unter starken Arthrosen litt, vor allem im Bereich der Hüft- und Kniegelenke.

Man nimmt an, dass damals die Punkte behandelt wurden, die besonders schmerzempfindlich waren.

Die eigentlichen Anfänge der Akupunktur liegen in China, vor über 4000 Jahren. Sie ist ein Bestandteil der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). In China ist das Akupunktieren für alle Medizinstudenten Pflicht. Die Akupressur wird schon in der frühen Grundschule gelehrt.


Kostenfaktor bei der Akupunktur

Die Akupunktur hat sich inzwischen auch in westlichen Ländern als alternative Behandlungsform etabliert und ist in der Schmerztherapie nicht mehr wegzudenken.

Die privaten Krankenversicherungen haben die Akupunktur schon seit Jahren in ihren Leistungskatalog aufgenommen.

Patienten der gesetzlichen Krankenversicherungen konnen in den letzten Jahren nur bei ganz bestimmten Diagnosen eine Akupunkturbehandlung in begrenzter Menge in Anspruch nehmen. Dies war aber nur im Rahmen eines sogenannten „Modellvorhaben Akupunktur“ möglich. Dieses Modellvorhaben wurde von Seiten der gesetzlichen Krankenkassen zu Beginn des Jahres 2006 gekündigt und wurde seit Januar 2007 als fester Bestandteil in den Leistungskatalog aufgenommen. Dies wäre grundsätzlich eine positive Entwicklung und würde eine Erweiterung des Leistungsspektrums der gesetzlichen Krankenkassen bedeuten, wären da nicht gravierende Leistungseinschränkungen.

Viele Krankenkassen werben pauschal damit, nun auch Akupunktur zu übernehmen, weisen aber nur „im Kleingedruckten“ auf die Einschränkungen hin:

So soll Akupunktur nur bei den zwei folgenden Indikationen übernommen werden:

Nur bei diesen beiden Schmerzlokalisationen werden 10, mit gesonderter Begründung maximal 15 Behandlungen pro Jahr übernommen.

Alle Patienten mit anderen Beschwerdebildern  bleiben dabei unberücksichtigt. Dies ist insbesondere für die große Gruppe der Kopfschmerz- und Migränepatienten unverständlich. Gerade bei diesen Patienten hat sich die Akupunktur unserer Erfahrung nach sehr gut bewährt.

Wie lange dauert die Therapie?

Üblicherweise erfolgen zwischen 8-15 Sitzungen im Wochenrhythmus. Jede Sitzung mit Körperakupunktur nimmt etwa ½ Stunde, eine Ohrakupunktur jeweils nur einige Minuten in Anspruch.

Wann tritt der therapeutische Effekt ein und wie lange hält er an?

Ein positiver therapeutischer Effekt kann sich entweder schon nach der ersten Behandlung oder erst nach der 4-5 Sitzung einstellen. Manchmal kommt es zur sog. Erstverschlimmerung nach der ersten Sitzung – ein positiv zu bewertendes Zeichen, dem fast immer ein Rückgang der Beschwerden folgt.

Ist das Nadelsetzen schmerzhaft?

An einigen Punkten kann der Einstich der Nadel bei bestimmten Patienten durchaus schmerzhaft sein. In der Regel wird er aber als eine „seltsame, aber nicht unangenehme Sensation“ beschrieben. Ist der Patient über das „De Qi“ aufgeklärt, wird er das Einstichgefühl in der Regel als positiv bewerten.

Muss ich an den Effekt der Akupunktur glauben?

Nein, das haben diverse wissenschaftliche Studien ergeben. Dagegen spricht auch die Tatsache, dass Akupunktur sehr erfolgreich in der Tiermedizin eingesetzt wird. Abgesehen davon ist es bei jeder Therapieform von Vorteil, wenn sowohl der Patient als auch der Therapeut positiv hinsichtlich der Methode eingestellt sind.

Kann ich meine Medikamente weiterhin einnehmen?

In der Regel ja. In seltenen Fällen können anästhesierende oder stark immunsuprimierende Medikamente den Akupunktureffekt abschwächen, bis aufheben.

Können mehrere Erkrankungen gleichzeitig behandelt werden?

Ja, denn die Akupunktur ist eine Ganzheitstherapie, welche die therapeutische Reizung der Reflexzonen bzw. der Akupunkturpunkte nicht nur lokal sondern zusätzlich auf den ganzen Organismus wirken lässt. Sie ist eine Regulationstherapie und wirkt auf den gesamten Organismus. Ziel der Akupunktur ist gestörte Funktionskreise des Organismus wieder in Einklang zu bringen.

Akupunktur

Akupunktur – Wissenswertes zur Methode


Die Reizung von Akupunkturpunkten, vor allem mit Nadeln ist wohl die Älteste und am weitesten verbreitete Heilmethode der Welt. Am Bekanntesten ist die klassische, chinesische Akupunktur, die sog. Körperakupunktur. Durch Reizung von genau festgelegten Punkten der Haut können Störungen im gesamten Organismus, als auch im Körperinneren gelindert, oft sogar beseitigt werden.

Akupunktur kann zerstörte Strukturen nicht wieder herstellen, wohl aber gestörte Funktionen wieder harmonisieren. Die Punkte liegen auf Leitlinien, die man als Meridiane bezeichnet.

In ihnen kreist nach traditioneller chinesischer Auffassung die Lebensenergie „Qi“ mit ihren Anteilen Yin und Yang. Diese beiden lebenserhaltenden Kräfte sind im Körper als Gegenpole gleichzeitig wirksam. Ihr Gleichgewicht stellt den idealen Gesundheitszustand dar.

Ihr Ungleichgewicht führt zu Beschwerden und Krankheiten. Betrachtet man die über den Körper laufenden Meridianbahnen wird deutlich, dass auch Akupunkturpunkte, die fern des eigentlichen Schmerz- oder Krankheitsgeschehens liegen, bei der Behandlung eine wichtige Rolle spielen. Die Energie des gesamten Meridians als Funktionskreis mit seinen zugeordneten Organen muss stabilisiert werden um das Gleichgewicht wieder herzustellen und so die Krankheit wirkungsvoll zu behandeln.

Die Akupunktur bedient sich der Steuerzentrale des Menschen, des Gehirns.

Alle Reize die durch die Akupunktur ausgelöst werden, gelangen über das Zwischenhirn zu den angesprochenen Körperteilen. So ist z.B. die Ohrakupunktur auf Grund der kurzen Reflexwege zwischen der Ohrmuschel und den Schmerzzentren des Gehirns sehr wirksam bei der Schmerzbehandlung. Akupunktur wirkt vor allem bei gestörten Organfunktionen heilend. Handelt es sich aber bereits um die fortgeschrittene Zerstörung von Strukturen, so kann auch mit Akupunktur nur noch eine Linderung der Beschwerden bzw. Schmerzen erreicht werden.

Von entsprechend ausgebildeten Ärzten angewendet, ist die Akupunktur praktisch risiko- und nebenwirkungsfreie Behandlungsmethode. Idealerweise ergänzen sich Akupunktur und Schulmedizin sowohl in Diagnostik als auch Therapie.